Ich wollte frei sein. Frei in meinem Denken, meinem Handeln und frei von dem Druck, etwas leisten zu müssen, um geliebt, gesehen oder akzeptiert zu sein. Und dann begann Gott zu wirken. Nicht so, wie ich es erwartet hätte. Nicht sanft & behutsam, eher erschütternd. Er zeigte mir, worauf ich gebaut hatte. Und begann, es aufzubrechen. Nicht, um mich zu verletzen – sondern um mir zu zeigen, dass ich nicht aus eigener Kraft leben brauche. Dass kein Erfolg, kein Mensch, kein innerer Frieden ohne IHN Bestand hat.
Wahrheit beginnt nicht mit Klarheit, sondern mit Enttäuschung.
Denn bevor Gottes Wahrheit aufbaut, deckt sie auf. Bevor sie heilt, offenbart sie Wunden, die wir verdrängt haben. Bevor sie Frieden bringt, zeigt sie uns den Krieg in unserem Inneren. Nicht, um zu verletzen – sondern um uns zur Quelle zurückzuführen: zu IHM.
„Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Johannes 8,32)
Doch was, wenn die Wahrheit nicht das ist, was du dachtest? Was, wenn sie zuerst alle Sicherheiten wegnimmt, die du dir selbst gebaut hast? Was, wenn sie zeigt, dass du unabhängig leben willst – auch wenn du es niemals so nennen würdest? Was, wenn du geglaubt hast, Gott sei dein Fundament – aber in Wirklichkeit war es deine Leistung? Kann Freiheit dann überhaupt entstehen? Oder braucht es erst die Kapitulation?
Das Anerkennen: Ich kann es nicht aus mir selbst. Ich schaffe es nicht ohne Gott. Ich war nie dafür gemacht, mich selbst zu retten.
Gott zerstört nicht aus Wut. Er zerstört aus Liebe.
Er erschüttert, was nicht auf ihm gegründet ist. Er deckt auf, wo wir noch im Eigenen leben.
Er nimmt uns den Boden unter den Füßen – damit wir nicht weiter auf Sand bauen. Er lässt uns verlieren, was wir festhalten, damit wir empfangen, was ewig hält.
Was, wenn genau dieser Zusammenbruch ein göttlicher Ruf zur Umkehr ist? Was, wenn es nie darum ging, alles richtig zu machen – sondern zu erkennen, dass wir IHN brauchen in allem? Nicht nur als Etikett auf unseren Plänen oder als „spirituelle Begleitung“ unserer Ziele, sondern als Ursprung, Mittelpunkt und Vater.
Wo hast du Gott benutzt, um deine Träume zu verwirklichen, statt deine Träume hinzugeben, damit ER mit dir verwirklichen kann, was ewig zählt?
Wahrheit bringt keine Erleichterung, solange du noch kämpfst.
Es fühlt sich vielleicht wie Niederlage an. Aber was, wenn es genau das ist, was du brauchst? Was, wenn dein Kampf gegen den Schmerz dich von der Heilung fernhält? Was, wenn deine Versuche, weiterzumachen, dich immer tiefer in den Irrtum treiben? Wann hast du das letzte Mal einfach aufgegeben – nicht aus Resignation, sondern aus Vertrauen?
Wann hast du das letzte Mal gesagt:
„Herr, ich weiß es nicht. Ich kann es nicht. Zeig du mir den Weg.“
Ohne deine Ideen. Ohne deinen Plan. Ohne dein Konzept.
Wann war Gott zuletzt wirklich der Mittelpunkt – nicht nur auf Social Media, nicht nur in Worten, sondern in deinem Herzschlag, in deiner Priorität, in deiner Stille?
Gott baut nur auf, was von ihm kommt.
Alles andere lässt er fallen, nicht aus Grausamkeit, sondern weil es niemals tragen kann. Was, wenn du alles verlierst, was du selbst aufgebaut hast – und am Ende erkennst, dass du nie freier warst? Was, wenn Zerbruch kein Zeichen deines Versagens ist, sondern der Anfang eines Weges, auf dem Gott das erste Mal wirklich das Steuer übernimmt? Was, wenn du aufhörst zu fragen „Wie geht es weiter?“
und stattdessen beginnst zu fragen:
„Gott, wo bin ich ohne dich vom Weg abgekommen?“
„Zeig mir, was nicht aus dir kommt.“
„Entlarve, was mir schmeichelhaft erscheint – aber mich von dir trennt.“
„Führe mich zurück zu dir – auch wenn es mich alles kostet.“

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