Testimonials.

Wir alle kennen sie. Diese kleinen Statements auf Websites und Salespages:

„Dank XY habe ich in 3 Monaten meinen Umsatz verdoppelt.“

„Dieses Coaching hat mein Leben transformiert.“

„Mit diesem Programm habe ich endlich Klarheit gefunden.“

Sie sehen schön aus. Sie glänzen. Sie klingen wie der ultimative Beweis, dass jemand „liefert“.

Doch lass uns ehrlich sein:

Viel zu oft sind Testimonials zu Medaillen geworden. Hochgehaltene Beweise für den eigenen Wert. Glitzersteine im Marketing-Regal. Und genau da wird es gefährlich.


Wenn Testimonials zum Deckmantel werden

Ich war selbst da.

Ich habe Testimonials gefeiert, weil sie mir halfen, mich wertvoll zu fühlen.

Ich habe sie genutzt, um anderen (und mir selbst) zu beweisen: „Es funktioniert doch.“

Doch tief in mir wusste ich: Das war nicht die ganze Wahrheit.

Denn was passiert, wenn wir Testimonials wie Medaillen benutzen?

Sie werden zum Deckmantel.

Ein Schutzschild, hinter dem wir uns verstecken.

Ein Alibi, um nicht hinschauen zu müssen.

Nicht hinschauen, wo unser Marketing nicht mehr stimmig ist.

Nicht hinschauen, wo wir uns angepasst haben, statt echt zu sein.

Nicht hinschauen, wo wir längst aus einem System herausgewachsen sind, das auf Druck und Show gebaut ist.

Testimonials werden dann zur Fassade – hübsch von außen, aber leer von innen.


Geschichten von echten Menschen

Das aber ist der Punkt:

Testimonials sind keine Trophäen.

Sie sind Geschichten.

Geschichten von echten Menschen, die dir vertraut haben.

Die mit dir gegangen sind.

Die dir ihr Herz geöffnet haben, in einer Zeit, in der sie selbst an einer Schwelle standen.

Das ist keine kleine Sache.

Das ist Verantwortung.

Jedes einzelne Testimonial erinnert dich daran, dass deine Arbeit Gewicht trägt. Dass hinter deinen Strategien, Programmen und Texten keine Zahlen, sondern Leben stehen. Dass du mit deinem Marketing nicht nur „verkaufst“, sondern Menschen in etwas hineinführst.

Und diese Verantwortung ist nicht verhandelbar.


Marketing aus Ego – oder Marketing aus Verantwortung

Hier liegt die Trennlinie, die viele nicht sehen wollen.

Das eine Marketing baut sich auf dem Ego auf:

✨ „Schau, was ich manifestiert habe.“

✨ „Sieh, welche Erfolge meine Kundinnen durch meine Energie erreicht haben.“

✨ „Ich bin der Beweis, dass es funktioniert.“

Das andere Marketing entsteht aus Verantwortung:

🔥 „Bin ich das, was ich lehre?“

🔥 „Trage ich, was mir anvertraut ist, mit Integrität?“

🔥 „Bin ich ehrlich in dem, was ich nach außen gebe – oder ist es nur Fassade?“

Das eine lebt vom Beweis.

Das andere vom Fundament.

Und ganz ehrlich: Das Erste kann dich vielleicht kurzfristig pushen. Aber es höhlt dich innerlich aus. Du wirst müde, weil du ständig deine Show aufrechterhalten musst.

Das Zweite trägt dich langfristig. Es gibt dir Ruhe, weil du weißt: Mein Marketing ist echt. Es entspricht dem, wofür ich stehe. Es manipuliert nicht, es dient.


Ich kenne den Schmerz dahinter

Vielleicht liest du das und spürst: „Autsch. Genau da ertappt es mich.“

Dann lass mich dir sagen: Ich weiß, wie das ist.

Ich weiß, wie es sich anfühlt, zu glänzen, während innen ein Teil von dir schreit: „Das ist nicht mehr mein Weg.“

Ich weiß, wie es ist, sich hinter Erfolgen zu verstecken, um nicht zeigen zu müssen, dass du innerlich längst aus dem Alten rausgewachsen bist.

Und ich weiß, wie schmerzhaft es ist, zu merken: Das, was ich aufgebaut habe, trägt mich seelisch nicht mehr.

Ich weiß das, weil ich dort stand.

Und weil ich den Sprung ins Unbekannte gewagt habe.


Die Einladung zur Ehrlichkeit

Wenn Testimonials keine Medaillen sind, sondern Geschichten voller Verantwortung – dann hörst du auf, sie als Trophäe zu sehen.

Dann fängst du an, sie zu lesen wie ein Vermächtnis.

Wie ein Spiegel.

Wie eine Erinnerung daran, dass dein Marketing nicht darum kreist, was du beweisen kannst, sondern darum, was du lebst und weitergibst.

Und plötzlich verschiebt sich der Fokus:

  • Du jagst nicht mehr Zahlen, du baust Beziehungen.
  • Du sammelst nicht mehr Beweise, du übernimmst Verantwortung.
  • Du brauchst keine Masken, weil deine Echtheit ausreicht.

Marketing, das dich trägt

Stell dir vor, du führst dein Marketing aus dieser Haltung:

Nicht, um etwas zu beweisen. Nicht, um dich selbst größer zu machen. Sondern, weil du weißt, dass du Verantwortung trägst – und diese Verantwortung mit Tiefe und Klarheit auslebst.

Dann wird jedes Testimonial zu etwas anderem:

Nicht zu einer Medaille an deiner Brust.

Sondern zu einer Geschichte, die dich daran erinnert, dass Menschen dir ihr Vertrauen schenken. Dass du mit deinem Marketing ein Stück ihres Weges mitgestaltest.

Und genau deshalb ist Marketing nicht Selbstinszenierung.

Es ist ein Feld der Verantwortung.


Meine Liebe, ich weiß, das ist unbequem. Es kratzt am Ego. Es nimmt dir die Ausrede, dich hinter Hochglanz und Zahlen zu verstecken.

Aber genau da fängt Marketing an, echt zu werden.

Da wird es von Last zu Erbe.

Von Show zu Fundament.

Von „schau, was ich erreicht habe“ zu „schau, was möglich wird, wenn wir wahrhaftig sind.“

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